Wandern verbindet Menschen
Steinheim | 04. Februar 2026
Bei strahlendem Sonnenschein mit viel guter Laune haben sich am Wochenende 32 Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zu einer besonderen Wanderung im Bottwartal getroffen. Anlass war eine gemeinsame Tour des ehrenamtlichen Integrationsprojekts “Wanderglück”, das seit 2018 besteht und von Initiatorin Myriam Kopp ins Leben gerufen wurde, sowie des neu gegründeten Bündnisses für Vielfalt und Demokratie Bottwartal. Die rund vierstündige Wanderung führte durch Weinberge, Wälder und entlang mehrerer Seen – vor allem aber brachte sie Menschen zusammen.
Treffpunkt war im Ortsteil Kleinbottwar. Nach einem gemeinsamen Auftakt im Kreis wurden die Teilnehmenden von Achim Seiter, Mitgründer des Bündnisses für Vielfalt und Demokratie Bottwartal, mit frisch gebackenen Brezeln gestärkt. Ein einfacher, aber symbolischer Moment für das gemeinsame Unterwegssein. „Uns ist wichtig, Räume zu schaffen, in denen Menschen einander begegnen und ins Gespräch kommen – ganz unkompliziert und auf Augenhöhe“, sagte Seiter mit Blick auf die gemeinsame Aktion. „Gerade in unserer Region wollen wir zeigen, dass Vielfalt verbindet und dass ein offenes Miteinander im Alltag beginnt.“
Anschließend führte der Weg durch die Weinberge bergauf. Schon auf den ersten Metern kamen die Teilnehmenden ins Gespräch. Viele kannten sich noch nicht, doch die offene Atmosphäre machte es leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen. Oben auf dem Benning wurden die Wandernden mit einem weiten Blick über das Bottwartal belohnt. Bei klarer Sicht reichte der Blick bis in Richtung Stuttgart, während die Sonne die Landschaft in warmes Licht tauchte.
Im weiteren Verlauf führte die Route in den Hardtwald. Schmale Pfade, raschelndes Laub und schmale Pfade sorgten für Abwechslung. Immer wieder wechselten sich Gespräche und stille Naturmomente ab. Am Rohrbachweiher legte die Gruppe eine Vesperpause ein. Mitgebrachte Speisen wurden geteilt – darunter auch selbstgemachte Wraps einer afghanischen Familie, die schon seit Jahren regelmäßig an den Wanderungen teilnimmt. Solche Begegnungen seien typisch für das Projekt, so Initiatorin Myriam Kopp: „Beim Wandern kommen Menschen ins Gespräch, lernen sich kennen und entdecken Gemeinsamkeiten.“
Für einige Teilnehmende waren auch kleinere Abenteuer neu: Ein unterirdischer Tunnel zur Unterquerung einer Straße, der derzeit abgelassene Hardtwaldsee an dessen Ufer Muscheln zu finden waren und versteckte Pfade durch den Wald sorgten für Staunen und Entdeckerfreude. Viele äußerten am Ende der Tour ihre Begeisterung über die abwechslungsreiche Strecke und die offene Atmosphäre. „Ich hätte nicht gedacht, wie vielfältig die Landschaft hier ist“, sagte eine Teilnehmerin. Andere betonten, wie bereichernd es sei, neue Menschen und ihre Lebensgeschichten kennenzulernen.
Die Wanderung stand ganz im Zeichen von Austausch und Gemeinschaft. Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft waren gemeinsam unterwegs, sprachen über ihre Erfahrungen und auch über die Frage, was „Heimat“ bedeutet. Für einige war es die erste Begegnung mit dem Projekt “Wanderglück”. Entsprechend groß war die Freude über das herzliche Miteinander.
Nach gut vier Stunden kehrte die Gruppe wieder nach Kleinbottwar zurück – mit vielen Eindrücken, neuen Kontakten und dem Gefühl, gemeinsam unterwegs gewesen zu sein. Die Initiatoren sehen in solchen Aktionen einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben in der Region. Natur und Bewegung, so ihr Ansatz, schaffen Begegnungen auf Augenhöhe und fördern ein offenes Miteinander.
Myriam Kopp